28 Jahre Erfahrung in Sprachreisen, Schuljahresaufenthalte, Highschool-Years und Gastfamilienaufenthalte

Teilnehmerpost von Isabel, Neuseeland


 
Seit meinem 15. Geburtstag hatte ich mit meinen Eltern über einen Auslands­auf­enthalt diskutiert, allerdings nie an ein so weit entferntes Ziel wie Neuseeland ge­­dacht. Also schlugen mir meine Eltern vor, mich mit auf die Regensburger Ju­gend­bildungs­messe zu nehmen, damit ich mich über mein Wunschreiseziel, da­mals noch Irland, informieren könnte.
Allerdings wurde ich dann, als ich auf Terre des Langues traf, relativ schnell um­­gestimmt und von Neuseeland überzeugt und hatte mich auch dafür begeis­tern lassen.

Nachdem ich mich aus einer großen Auswahl an Schulen heraus für die One­hunga High School entschieden hatte, bekam ich die E-Mailadresse meiner Gastfamilie, mit denen ich schon Wochen vor meiner Anreise immer wieder schrieb.
     
Am 27. Januar 2018 ging für mich die Reise zusammen mit zwei anderen Mäd­chen los. Das, worauf ich mich fast noch am meisten freute, waren die sommer­lichen Temperaturen, die mich in Neuseeland erwarten würden. Am Flughafen Auckland holte mich eine Betreuerin, die sich um die internationalen Schüler der High School kümmert, ab und brachte mich zu meiner Gastfamilie, die nicht weit vom Flughafen weg wohnen.
  
Zusammen mit mir wohnte noch eine Japanerin in meinem Alter bei der Fami­lie, mit der ich mich auf Anhieb verstand. Zum Zeitpunkt meiner Ankunft war auch noch kurzfristig Verwandtschaft der Familie zu Gast, aber ich genoss das volle Haus. 

Da ich keinen Jet Lag oder Ähnliches hatte, freute ich mich da­­­rüber, dass meine Gastfamilie, die mich von Anfang an offen und herzlich behandelt hatten und es mir ermög­lichten, mich sehr gut einzuleben, die ersten Tage meines Aufenthal­ts nutzten, etwas mit mir zu unternehmen.

Drei Tage später durfte ich mich auf den ersten Schultag freuen. Meine Ner­­vo­sität und Orientierungslosigkeit verlor ich schneller als erwartet, denn die Leute waren total offen und hilfsbereit. Deshalb fiel es mir auch nicht schwer, Freund­schaften zu schließen, was unter anderem ein Grund war, warum ich mich an der Schule so wohl fühlte. 

Was mir auch gefiel, war die Auswahl an Fächern. Da ich die Mög­lichkeit hatte, alle meine Kurse selbst zu wählen, kam ich neben Fächern wie Ge­schichte oder Tanz unter anderem in einen Maori Performing Arts-Kurs, wel­cher mir un­glaub­lich Spaß machte, aber mir auch viel über die Kultur beibrachte. 

Ich hatte zwar nicht damit gerechnet, aber ich fand es weder anstrengend noch stö­rend, jeden Tag bis 15:30 Uhr in der Schule zu sein. Anfangs hatte ich noch Probleme, alles zu verstehen, wollte aber auch nicht, dass die Leute, mit denen ich redete, den selben Satz dreimal sagen mussten, allerdings legten sich meine Verständnisschwierigkeiten mit der Zeit.

Die Schule hatte, abgesehen von den regulären Fächern, auch ein großes Ange­bot an Sport, also versuchte ich mich an Volleyball und später Softball, was mich anfangs zwar ein bisschen überforderte, aber trotzdem Spaß machte.
    
An den Wochenenden traf ich mich oft mit meinen Freunden, vor allem mit den anderen internationalen Schülern, die den selben Unternehmungsdrang wie ich hatten, und ich lernte Gastschüler aus allen Teilen der Welt kennen. 
 
Eines der ersten Highlights war für mich, als ein Mädchen aus Argentinien, die ich in der ersten Schulwoche kennen gelernt hatte, mich und zwei andere Schü­ler ein Wochenende lang mit nach Ruakaka, eine kleine Stadt, in der ihre Gast­familie ein Haus hatte, mitnahm. Wir gingen im Meer schwimmen und versuch­ten auch zu surfen, was erst schwieriger war als gedacht.

Ich sah viele tolle Orte, wie unter anderem den Sky Tower oder die Oakley Creek Wasserfälle in Waterview, zu denen ich und eine Gastschülerin aus den USA spontan gefahren waren. Dort machte ich die tolle Erfahrung, von einem Wasserfall zu springen, obwohl ich vorher immer Fallangst gehabt hatte.

Durch meine Klassenlehrerin hatte ich eine deutsche Familie aus Schwaben ken­nen gelernt, die mir sofort sympathisch war und mich zwei Wochen später auch auf einen Barbecue einlud. Übrigens waren sie welche der wenigen Deutschen, die ich in Neuseeland kennen gelernt habe.

Die zwei Monate vergingen viel zu schnell für mich, und an meinem letzten Wochenende fuhr ich mit einer Freundin und mit meinem Gastvater nach Wai­heke Island, was auch eins meiner persönlichen Highlights war, da ich sofort begeistert von der Insel war. 

Wir fuhren mit dem Bus quer über die Insel von einem Dorf zum anderen und be­suchten Shops, Cafes, Aussichtspunkte und Strände. Obwohl es nicht mehr so warm wie am Anfang und ziemlich windig war, gingen wir schwimmen, aber hielten es dann doch nicht so lange aus, weil uns schnell kalt wurde. Daran, dass das Wetter manchmal mindestens drei­mal täglich umschlug, oder an die oft in­ne­rhalb von einer Minute eintretenden Regengüsse hatte ich mich aber von An­fang an ziemlich schnell gewöhnt. 

Von dem Restaurant aus, wo wir unser Abendessen geholt hatten, wanderten wir dann zur Fähre, mit der wir wieder zurück nach Auckland fuhren.

Am Donnerstag vor meinem Abreisetag kamen meine Freunde am Abend vor­bei, und der 23. März war mein letzter Tag in Auckland. Weil mein Flug erst abends ging, fuhr ich am Vormittag noch zur Schule. Meine Klassenleiterin und mein Maori-Kurs hatten uns Pizza bestellt und meine Freun­de überraschten mich mit Geschenken, was den Abschied fast noch trau­riger machte, aber ich freute mich unbeschreiblich darüber.



Nachdem ich mich nach der Schule von allen verabschiedet, fertig gepackt und mein Zimmer aus­geräumt hatte, brachte mich meine Gastfamilie zum Flughafen.

Es ist mir unglaublich schwergefallen, mich zu verabschieden. Ich denke gerne und oft an die Zeit zurück und an die Menschen, die mir sehr fehlen, aber alles in Allem kann ich sagen, dass mein Aufenthalt in Neuseeland das Beste war, was ich bisher erleben durfte.

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